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Hessisches Landesamt für Umwelt und Geologie
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Hintergrundwerte von (Schad-)Stoffen in Böden

Zur Ableitung konkreter Bodenschutzmaßnahmen müssen die Gehalte von Nähr- und Schadstoffen in Böden bekannt sein. Ferner ist es notwendig, die natürlichen gesteinsbürtigen (geogenen) Hintergrundgehalte, die An- oder Abreicherung unter natürlichen Bedingungen durch bodenbildende (pedogene) Prozesse von durch den Menschen verursachten (anthropogenen) Belastungen zu trennen. Der diffusen Niederschlagsbelastung kann sich kein Standort entziehen. Daher wird sie bei der Bewertung von Bodenbelastungen zum geogenen Grundgehalt addiert. Die Summe, geogener Grundgehalt plus diffuser Eintrag, wird als Hintergrundwert definiert.

Acker, Grünland, Wald: Ein schwieriger Vergleich

Über die Atmosphäre wurden und werden ständig Schadstoffe in die Böden eingebracht. In Waldböden werden diese Einträge besonders stark angereichert. Das liegt daran, dass durch die Belaubung eine sehr viel größere Oberfläche zur Verfügung steht als z.B. bei Grasbewuchs. Schadstoffe werden durch Blätter und Nadeln praktisch aus der Luft heraus gekämmt. Durch die langsame Zersetzung der abgefallenen Blätter und Nadeln zu Humus kommt es in den nur wenige Zentimeter mächtigen humosen Oberböden zu einer Anreicherung der Schadstoffe. Dieser Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass die meisten Stoffe an den Molekülen der organischen Substanz besonders gut gebunden und somit auch langfristig hier fixiert werden. Die Auswaschung in den Unterboden läuft bei vielen Stoffen nur sehr langsam ab. Ackerböden werden durch die Ernte Stoffe entzogen und durch Düngung zugeführt. Diese Ein- und Austräge überlagern den atmosphärischen Anteil. Zudem werden durch regelmäßiges pflügen, die obersten (im Mittel 30 cm) humosen Bodenhorizonte immer wieder durchmischt und homogenisiert. Ein direkter Vergleich von Stoffgehalten in Wald- und Ackerböden ist daher nicht möglich. Grünlandböden nehmen eine Mittelstellung ein.