Acker, Grünland, Wald: Ein schwieriger Vergleich
Über die Atmosphäre wurden und werden ständig Schadstoffe
in die Böden eingebracht. In Waldböden werden
diese Einträge besonders stark angereichert. Das liegt daran, dass durch
die Belaubung eine sehr viel größere Oberfläche zur Verfügung
steht als z.B. bei Grasbewuchs. Schadstoffe werden durch Blätter und
Nadeln praktisch aus der Luft heraus gekämmt. Durch die langsame Zersetzung
der abgefallenen Blätter und Nadeln zu Humus kommt es in den nur wenige
Zentimeter mächtigen humosen Oberböden zu einer Anreicherung der
Schadstoffe. Dieser Effekt wird noch dadurch verstärkt, dass die meisten
Stoffe an den Molekülen der organischen Substanz besonders gut gebunden
und somit auch langfristig hier fixiert werden. Die Auswaschung in den Unterboden
läuft bei vielen Stoffen nur sehr langsam ab. Ackerböden werden
durch die Ernte Stoffe entzogen und durch Düngung zugeführt. Diese
Ein- und Austräge überlagern den atmosphärischen Anteil. Zudem
werden durch regelmäßiges pflügen, die obersten (im Mittel
30 cm) humosen Bodenhorizonte immer wieder durchmischt und homogenisiert.
Ein direkter Vergleich von Stoffgehalten in Wald- und Ackerböden ist
daher nicht möglich. Grünlandböden nehmen
eine Mittelstellung ein.