Niederschlag in der Hydrologie ist Wasser der Atmosphäre, das nach
Kondensation oder Sublimation von Wasserdampf in der Lufthülle ausgeschieden
wurde (DIN 4049) und aus der Atmosphäre auf die Erde fällt oder
auf die Erdoberfläche gelangt ist. Die Größe der kondensierten
Teilchen muss einen bestimmten Wert überschreiten, damit der Niederschlag
die Erdoberfläche erreicht. Flüssiger Niederschlag mit einer durchschnittlichen
Tropfengröße über 0,5 mm wird als Regen bezeichnet, bei
Tropfengrößen unter 0,5 mm spricht man von Sprühregen oder
Nieselregen. Gefrorener Niederschlag fällt in Form von Schnee, Hagel,
Graupel oder Eiskörnern auf den Boden.
Regen ist in Hessen die häufigste Form des Niederschlages. Das langjährige
Gebietsmittel der gefallenen Niederschläge für Hessen beträgt
845 mm pro Jahr (1971-2000). 1 mm Niederschlagshöhe entspricht einer
Wassermenge von 1 Liter pro Quadratmeter. Jahreszeitliche Schwankungen und
extreme Wetterverhältnisse sowie unterschiedliche Geländeoberflächen
und -höhen führen zu großen Unterschieden in der regionalen
Niederschlagsverteilung, von ca. 500 mm/a im Rheingau und dem Hessischen
Ried bis hin zu über 1200 mm/a im Vogelsberg.
Der größte Teil des gefallenen Niederschlags (etwa 2 Drittel)
wird über die Verdunstung als Transpiration von Pflanzen oder Evaporation
von benetzten Oberflächen wieder an die Atmosphäre zurückgegeben.
Etwa ein Drittel des gefallenen Niederschlags fließt oberirdisch als
Direktabfluss ab oder nimmt seinen Weg über das Grundwasser zum Vorfluter.
Hessisches Niederschlagsmessnetz
Derzeit werden ca. 45 Ombrometer (Pluvio) mit Datenfernübertragung
und ca. 60 Messer an ca. 75 Messstellen im Rahmen des landeseigenen, hydrologisch
ausgerichteten Messnetzes betrieben. Die Niederschlagsschreiber wurden im
Zuge der Messnetzmodernisierung und -optimierung zum größten
Teil abgebaut. Die Stammdaten der Messstellen sind hier aufgeführt.
Zuständig für Bau und Betrieb der Messstationen sind die Regierungspräsidien.
Die aktuellen Messwerte sowie die Stammdaten der Ombrometer sind in der
Internetpräsentation zu finden.
Bei der Messnetzmodernisierung wurden die Messstandorte des Landes Hessen
und des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auf der Grundlage einer Rahmenvereinbarung
zwischen dem DWD und Hessen aufeinander abgestimmt. Gemäß der
Rahmenvereinbarung rufen sowohl der DWD als auch das Land Hessen seine Niederschlagsdaten
ab, dann erfolgt der Datenaustausch. Im Hochwasserfall soll es den RPen
und dem HLUG möglich sein, direkt Daten der DWD-Stationen in ihrem
Bereich abrufen zu können.
Die Niederschlagsmesswerte aus dem Landesmessnetz sind bei den zuständigen
Abteilungen der Regierungspräsidien oder im HLUG einzusehen und werden
beim HLUG in einer Datenbank archiviert. Die Daten können beim HLUG
bezogen werden, gemäß der Gebührenordnung
des Landes Hessen vom April 2008 für:
Grundlegende Recherche zu hydrologischen Daten (Jahreslisten, Jahrbuchseiten)
je Anfrage 48.- Euro, und für jedes zusätzliche Jahr 3,60 Euro.
Bestellungen per Email beim HLUG bitte mit Ihrer Postanschrift an folgende Adresse schicken: Herr K-H. Bach oder Frau P. Menk





