Hintergrundwerte organischer (Schad-)Stoffe für Böden in Hessen

Chlorierte Kohlenwasserstoffe (CKW) finden Verwendung als Pestizide (z.B. Dieldrin, HCB, DDT, Lindan (HCH)), Holzschutzmittel (Lindan, HCB), Ausgangsprodukte für Kunststoffe und Lösungsmittel. Obwohl in der Bundesrepublik die Anwendung vieler CKW (Lindan, DDT, Dieldrin, HCB) als Pflanzenschutzmittel verboten ist, findet man immer noch ihre Rückstände in den Böden. CKW sind oft persistent und können sich aufgrund ihrer hohen Fettlöslichkeit in Tieren und Menschen anreichern. Viele CKW sind giftig und/oder kanzerogen.


Polychlorierte Biphenyle (PCB) werden wegen ihrer schweren Brennbarkeit, ihres hohen Siedepunktes und ihrer thermischen Stabilität u.a. als Kühlmittel, Hydraulikflüssigkeit, Imprägniermittel für Holz und Papier und als Weichmacher für Kunststoffe und Dichtungsmassen eingesetzt. Sie sind ausschließlich anthropogenen Ursprungs und fallen seit ca. 50 Jahren bei der industriellen Produktion an. Ihr Verhalten in der Umwelt entspricht dem der übrigen CKW.

 

Polycyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) sind natürlich in Erdöl und besonders in Kohle enthalten. Es gibt weit über 100 bekannte PAK, von denen viele sehr giftig und krebserregend sind. Obwohl PAK eigentlich nicht bewusst „hergestellt“ werden, gehören sie zu den am weitesten verbreiteten organischen Verbindungen. Nach einer international gültigen Liste (EPA-Liste) wird zur Bewertung der PAK die Summe der Konzentrationen von 16 repräsentativen Einzelstoffen gebildet.

 

Dioxine (Polychlorierte Dibenzodioxine = PCDD) und Furane (Polychlorierte Dibenzofurane = PCDF) sind Verbindungen, die über eine Etherbrücke Phenylringe verknüpfen. Das bekannteste Isomer dieser Gruppe ist das Tetrachlordibenzodioxin (2,3,7,8-TeCDD), das sog. „Seveso-Dioxin“. Es gehört zu den giftigsten anthropogenen Substanzen. Aber auch andere PCDD und PCDF sind teilweise hochgiftig. Es sind hochgradig persistente Stoffe, die als unerwünschte Nebenprodukte industrieller Synthesen, thermischer und photochemischer Prozesse in die Umwelt gelangen. Der Eintrag von PCDD/F in den Boden erfolgt über die Luft. Bewertet werden PCDD/F mit dem sog. Toxizitätsequivalent (TE), bei dem einzelne Kongeneren unterschiedlich gewichtet und verrechnet werden.

 
 
Letzte Änderung: 29.09.2010