Braunerde am Oberen Hardthof

Als Braunerde bezeichnet man einen Boden, bei dem durch Verwitterung Tonminerale und Eisenoxide neu gebildet wurden, die dem Boden die typische braune Farbe verleihen.
Am Standort Oberer Hardthof hat sich durch die begrünte Feldrandlage ein etwa 5 Zentimeter mächtiger, humoser Oberboden (Ah) entwickelt. Darunter folgt ein sogenannter reliktischer Pflughorizont (rAp) von ca. 25 Zentimeter Mächtigkeit, der aufgrund der früheren landwirtschaftlichen Nutzung entstand ist.
Der für die Braunerde charakteristische verbraunte Unterboden (Bv) hat sich durch Gesteinsverwitterung und Mineralneubildung entwickelt. Den Untergrund (II Cv) bildet sandig verwitterte Grauwacke.
Entwicklung:
Die Braunerden am Oberen Hardthof sind auf silikatreichen und kalkfreien Grauwacken und Tonschiefern entstanden.
Für ihre Entwicklung war das vor etwa 2 Millionen Jahren beginnende Eiszeitalter (Pleistozän) von wesentlicher Bedeutung. In den jeweiligen Kaltzeiten war der Boden die längste Zeit im Jahr tiefgründig gefroren und taute nur in den kurzen Sommern an der Oberfläche auf. Der dauernde Wechsel zwischen Gefrieren und Auftauen führte zur physikalischen Verwitterung (Frostsprengung) des anstehenden Buntsandsteinmaterials.Zeitgleich wurde feiner Staub (Löss) angeweht und während der Frostwechsel mit den obersten Bodenschichten vermischt. Dieses Gemisch war das Ausgangsmaterial für die Entwicklung der Braunerde. Mit der aktuellen Warmzeit (Holozän) setzte eine überwiegend chemische Verwitterung ein, die zur Neubildung von Eisenoxiden und Tonmineralen im Boden führte. Das kennzeichnende Mineral ist ein Eisenoxid (Goethit), das sich fein verteilt im Unterboden (Bv-Horizont) findet und mit seiner Farbe zur Namensgebung der Braunerde beiträgt.
Verbreitung:
Die Braunerde ist im gemäßigt-humiden Klima ein weit verbreiteter Bodentyp.Braunerden finden sich häufig auf kalkarmen und silikatreichen Ausgangsgesteinen.Das Spektrum der Ausgangsmaterialien reicht von Flugsanden bis zu Gesteinsschutt.
Potenziale:
Die Eigenschaften der Braunerden hängen stark vom jeweiligen Ausgangsmaterial ab. Die ackerbauliche Nutzung von Braunerden aus verwittertem Gestein mit sandigen und groben Bestandteilen ist schwierig. Aufgrund des geringen Wasserspeichervermögens dieser Böden sind die landwirtschaftlichen Erträge eher gering.
Gefährdung:
Die Braunerden aus Sandsteinmaterial, wie am Oberen Hardthof, sind anfällig für Bodenversauerung. Die landwirtschaftliche Nutzung und die damit verbundene Düngung wirken der natürlichen Bodenversauerung jedoch entgegen. Bei unsachgemäßer Nutzung solcher Böden besteht die Gefahr, dass von Pflanzen nicht aufgenommene Dünge- und Pflanzenschutzmittel ins Grundwasser gelangen.
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