Kartierung

Im Rahmen der bodenkundlichen Kartierung erfolgt die Beschreibung und (Karten-) Darstellung der Bodendecke. Für eine standardisierte Erfassung der Punkt- und Flächendaten werden allgemeine (Bodenkundliche Kartieranleitung) oder hessenspezifische Regelwerke (Erfassungsstandard Boden) verpflichtend eingesetzt.
Die Landesaufnahme ist grundsätzlich zu unterscheiden in die Bodengrundinventur, die aufgrund standörtlicher Untersuchungen ein Kataster der in Hessen auftretenden Bodenformen erarbeitet. Die Daten der Bodengrundinventur sind im Bodenzustandskataster integriert und können dort systematisch recherchiert werden. Um flächenhafte Aussagen machen zu können wird die Bodenflächeninventur durchgeführt, die die Verbreitung und Lage der Böden und der Funktionen sowie ihre Vergesellschaftung miteinander beschreibt. Die standörtlichen Untersuchungen der Grundinventur werden als Feld- und Laborbefunde im Bodenzustandskataster Hessen verwaltet. Hier kann für Auswertungen und Fragestellungen der Bodenkundlichen Landesaufnahme wie des Bodenschutzes gezielt recherchiert werden.
Die Flächeninventur mündet in ein Flächeninformationssystem. Die Darstellung der Kartierergebnisse erfolgt dabei in Form von Bodenkarten, die unter Beachtung weiterer Geofaktoren für den Anwender bspw. im Bereich Planung, Gutachten, Flächenbewertung oder Beratung aufbereitet werden. Als Produkte der Grundlagenerhebung und Auswertung liegen Kartenwerke und Informationssystem für unterschiedliche Maßstäbe vor. Neben einer Bodenübersichtskarte 1:500 000
(BÜK500) kann Hessen auf ein flächendeckendes, einheitliches, mit einer Generallegende versehenes Bodenkartenwerk im Maßstab 1:50 000 (BFD50) zurückgreifen. Die wichtigsten Bodenflächendaten können über den BodenViewer Hessen direkt im Internet visualisiert werden.
Für ca. ein Viertel der Landesfläche liegen Bodenkarten im Maßstab 1:25 000 (BK25) auch in digitaler Form vor. Daneben gibt es noch eine ganze Reihe von regional begrenzten Spezialkartierungen unterschiedlicher Maßstäbe wie z. B. die Weinbaustandortkarte 1:5 000 (siehe Veröffentlichungsverzeichnis des HLUG).
Großmaßstäbige Daten werden z. Z. im Rahmen der Auswertung von Bodenschätzungsdaten der Finanzverwaltung aufbereitet. Hierbei liegt das Hauptaugenmerk nicht auf der Herstellung von Bodenkarten sondern nutzerorientierten Auswertungen für angewandte Fragestellungen. Die Ergebnisse sind in den Bodenflächendaten 1 : 5000, landwirtschaftliche Nutzfläche (BFD5L) dokumentiert.
Für die Weinbaugebiete liegen hochauflösende sowie räumlich aggregierte Standortdaten vor. Hierzu zählt der Weinbaustandortatlas als mittelmaßstäbige Weinbaustandortinformation mit Boden aber auch Klima- und anderen Umweltdaten. Für großmaßstäbige Betrachtungen stehen die
Weinbaustandortdaten 1:5000 mit dem Weinbaustandort-Viewer
zu Verfügung. Datengrundlagen und Produkte hierzu sind unter "Boden- und Standortinformation der Weinbaugebiete Hessens" und in einer Broschüre "Die Weinbergsböden von Hessen
" umfassend beschrieben.
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