Zentrale Geodatenbank für Lärm zur Umsetzung der EG-Umgebungslärmrichtlinie in Hessen
Im Rahmen der Umsetzung der EG-Richtlinie über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm (2002/49/EG) ist das HLUG zuständig für die Erhebung und Kartierung der Lärmbelastung. Die erste Kartierung wurde im Sommer 2007 erfolgreich abgeschlossen. Nach Abschluss dieser Arbeit lag ein umfangreicher Datenbestand aus Eingangs-, Modell- und Ergebnisdaten vor, der vorgehalten und gepflegt werden musste.
In regelmäßigen Abständen von 5 Jahren muss die Kartierung der Lärmbelastung wiederholt werden. Bei der nächsten Kartierung im Jahr 2012 wird der qualitative und quantitative Umfang der Daten zunehmen.
An die eigentliche Kartierung schließt sich die Lärmaktionsplanung an, in deren Rahmen weitere, detailliertere Kartierungen in kleinräumigeren Bereichen (Brennpunkten) der Lärmbelastung erfolgen.
Vor diesem Hintergrund wurde das HLUG mit der Einrichtung einer zentralen Lärmdatenbank beauftragt.
Als besondere fachliche Anforderungen wurden u.a. folgende Kriterien umgesetzt:
- In der Datenbank werden unterschiedliche Versionen bzw. Entwicklungsstufen der Kartierung unverwechselbar und eindeutig voneinander getrennt abgelegt und dokumentiert.
- Lärmberechnungen (z.B. im Rahmen der Lärmaktionsplanung) werden auf der Datenbank durchgeführt und Berechnungsergebnisse abgelegt.
- Anbindung an die gängigen Softwareprodukte der Lärmberechnung (QSI)
Die Lösung der Lärmdatenbank in Hessen setzt auf die im Hessischen Umweltressort als Standard eingesetzten Softwareprodukte der Weltmarkführer Oracle® und ESRI® auf. Als RDBMS wird Oracle® 10g verwendet, die Kopplung mit ArcGIS® Server Basic (ArcSDE®) 9.3 ermöglicht die Integration raumbezogener Daten in die objektorientierte Datenhaltung. Zur Umsetzung der spezifischen Anforderung der Fachaufgabe wird das innovative Umweltmanagement- und Planungssystem envVision© mit der Fachschale NOISE der Fa. M.O.S.S. Computer Grafik Systeme GmbH, eingesetzt. Beim envVision-Client handelt es sich um eine auf Basis des .NET-Framework 2.0 entwickelte ESRI® ArcGIS®-Extension, die im HLUG auf einer zentralen Windows Terminal Server-Umgebung betrieben wird.
Mit dem umfangreichen Funktionsspektrum von envVision kann fast die komplette Arbeitsorganisation abgewickelt werden.
Im ersten Schritt wurden zunächst die Daten der Lärmkartierung 2007 sukzessive über umfangreiche Qualitätskontrollen anhand von definierten und wieder verwendbaren Entität- und Attributzuordnungen mittels vorgeschalteter Arbeitsebenen (Importcontainer) in die Geodatenbank überführt. Mit der eingeführten Verwaltung der Datenquellen und Objekt-Nummern erlaubt das System auch inkrementelle Updates. Importiert werden die zum jeweiligen Zeitpunkt aktuellen Basisdaten wie z.B. Gebäude, Straßen oder Digitale Geländemodelle, aber auch Fachdaten, zu denen fixierte, bereinigte und komplettierte Basisdaten sowie Berechnungsergebnisse zählen.

- Systemarchitektur zur zentralen Verwaltung der Lärmdaten
Präsentation der Kartierungsergebnisse 2007
Die Veröffentlichung der Berechnungsergebnisse der 1. Stufe der Lärmkartierung erfolgte unter anderem über den webbasierten Kartenviewer der Geodateninfrastruktur Hessen (GDI-Hessen): Hessenviewer
Die in die Datenbank eingespielten Rasterkarten der hessenweiten Lärmberechnung werden hier über einen ArcIMS-Kartendienst bereitgestellt.
Entwicklung eines Webdienstes für Lärmbelastungen
Das HLUG bereichert sein Informationsangebot im Laufe des Jahres 2010 um eine weitere Komponente.
Lärmbelastungen durch Straßenverkehr sollen von interessierten Bürgerinnen und Bürgern über einen zusätzlichen Webdienst frei zugänglich abrufbar sein.
Notwendig ist dafür lediglich ein Internetbrowser. Dabei kann durch Eingabe einer Adresse der berechnete Tages- und Nachtpegel für ein Gebäude direkt aus der Datenbank ermittelt werden.
Bei der technischen Realisierung wurde ein Ansatz gewählt, der in der Informationstechnik als serviceorientierter Ansatz einzustufen ist:
Die eingegebene Adresse wird intern an einen Web Feature Service (WFS) weitergegeben, der vom Hessischen Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation (HLBG)
angeboten wird. Dieser WFS liefert als Zwischenergebnis die Hauskoordinaten zur Adresse. Diese werden dann an den Webdienst übergeben, der daraus das Gebäude mit den berechneten Lärmwerten aus der Datenbank des HLUG recherchiert.
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