Georisiken

Nasser Wolkenbruch östlich von Trendelburg (Hessische Senke). Einer von zwei nahe beieinander liegenden Einsturz-(Subrosions-)trichtern in Schichten des Buntsandsteins. Diese Erdtrichter sind durch Auslaugung des Zeichsteinsalzes im Untergrund entstanden (Tiefenkarst).
Georisiken in Hessen sind zum Beispiel Erdfälle. Sie entstehen durch das Zusammenbrechen von Hohlräumen im Untergrund. Diese Hohlräume bilden sich durch Auflösung von wasserlöslichem Gestein oder durch Ausspülung von Lockergestein.
Da weder der genaue Ort noch der Zeitpunkt und Wahrscheinlichkeitsgrad eines derartigen Ereignisses zu bestimmen sind, wird in der Planung auf solche Risiken meist keine Rücksicht genommen. Es ist daher ratsam, in Erdfall- und Senkungsgebieten bei Bauvorhaben eingehende Objekt orientierte Baugrunduntersuchungen durchzuführen.
Zur Begrenzung von eventuellen Schäden können in besonders gefährdeten Gebieten auch Frühwarnsysteme vorgesehen (Feinnivellements, Erdfallpegel) und zur Vermeidung von Gebäudeschäden Baugrund verbessernde und konstruktive Maßnahmen eingeplant werden.
In Karstgebieten sind Bauwerke aber nicht nur durch aktuelle Erdfälle und Bodensenkungen gefährdet, sondern auch durch fossile Einbrüche, die mit lockeren Ablagerungen gefüllt sind. Solche Schwächezonen müssen dann im Bereich von Fundamenten konstruktiv überbrückt oder durch tragfähiges Material ausgetauscht werden. Erdfallgebiete gibt es vor allem in Nord- und Osthessen.
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