Beispiel Klimaentwicklung

Anhand phänologischer Beobachtungen sollen Klimaveränderungen beobachtet werden.
Die Phänologie (Lehre von den Erscheinungen) befasst sich mit den im jahreszeitlichen Ablauf periodisch auftretenden beobachtbaren Erscheinungen der Pflanzen- und Tierwelt, wie zum Beispiel Blattaustrieb, Blüte und Blattfall oder das Zugverhalten und die Paarungszeit von Vögeln. Phänologische Beobachtungen der Pflanzen erfassen die wiederkehrenden Wachstums- und Entwicklungserscheinungen, also die Eintrittszeiten charakteristischer Vegetationsstadien (Phasen) der Pflanzen.
Verschiebungen vieler phänologischer Phasen hängen von Temperaturveränderungen ab. Aus den Eintrittszeiten phänologischer Phasen können Rückschlüsse auf veränderte Umweltbedingungen, vor allem Änderungen von Witterung und Klima, gezogen werden.
Langjährige Datenreihen haben dabei einen hohen Stellenwert. Vor allem in gemäßigten Klimazonen können solche Beobachtungen an Pflanzen Hinweise auf Temperaturveränderungen und ihre Auswirkungen auf die Tier- oder Pflanzenwelt geben.
Dabei zeichnen sich vor allem die Frühlingsphasen, gekennzeichnet durch das Aufbrechen der Knospen, die Blattentfaltung und die Blüte der Pflanzen, durch einen starken Zusammenhang mit der Temperatur aus. Der Eintritt der Herbstphasen dagegen wird von zahlreichen anderen Faktoren (z. B. Niederschlagsmenge im Sommer, Einstrahlung etc.) mitbestimmt.
Auch wenn bereits langjährige und detaillierte Messreihen zu den einzelnen sogenannten abiotischen (Umweltfaktoren, an denen Lebewesen nicht erkennbar beteiligt sind) Klimafaktoren wie beispielsweise der Temperatur, dem Niederschlag oder der Luftfeuchte vorliegen, stellt die Beobachtung phänologischer Veränderungen einen sehr anschaulichen Indikator zum Thema Klimawandel dar, der zudem für die Landwirtschaft von großer Bedeutung ist, wenn beispielweise Spätfroste vermehrt in die nun frühere Blütezeit der Obstbäume fallen.
Für den Indikator werden der Beginn der Apfelblüte und die Veränderung der Vegetationsperiode, abgegrenzt durch den Blühbeginn der Salweide (siehe Foto) und den Beginn der Blattverfärbung der Stieleiche, herangezogen.
Eine Zusammenstellung von Indikatoren für Hessen ist in 2007 in der Schriftenreihe unseres Hauses erschienen
(Heft Nr. 351 Umweltindikatoren - Bundesland Hessen
).
Enthalten sind ausgewählte Umweltindikatoren für Hessen und, soweit nach der hessischen Datenlage möglich, die von der UMK beschlossenen Indikatoren.
Die einzelnen Indikatoren und die jährliche Fortschreibung finden Sie im Hessischen Umweltatlas
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