Landschaftszerschneidung in Hessen
Verkehrswege und Siedlungsflächen sind für viele Tierarten unüberwindbare Hindernisse oder zumindest deutliche Barrieren, die nur selten überquert werden. Die verbleibenden Lebensräume werden durch den Ausbau des Verkehrswegenetzes und die voranschreitende Siedlungsentwicklung kontinuierlich verkleinert; Populationen werden isoliert. Arten mit besonderen Ansprüchen an große barrierefreie Lebensräume geraten zunehmend in Bedrängnis. Somit gilt die zunehmende Landschaftszerschneidung heute als eine der Hauptursachen für den Artenverlust in Mitteleuropa. Gleichzeitig werden Räume, die aufgrund ihrer Lärm- und Barrierefreiheit eine sehr hohe Eignung für die Erholung aufweisen, immer seltener.
In der Zeit von 2003 bis 2004 wurde im Auftrag des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLUG) die Studie "Analyse der Landschaftszerschneidung in Hessen" ESSWEIN, H. & H.-G. SCHWARZ VON RAUMER (2004) erstellt. Ziel der Bearbeitung dieses Themas war eine Raumcharakterisierung, die nicht nur punktuelle Raumbewertungen, vor allem im Hinblick auf die Erholung, ermöglicht
Die Studie sollte vielmehr eine Grundlage schaffen, um diesen Prozess der zunehmenden Landschaftszerschneidung zu dokumentieren und ihre Wirkung auf Umwelt, Erholungsräume und die Lebensräume der wild lebenden Tierwelt bewusst zu machen. Sie unterstützt damit auch die Umsetzung gesetzlich verankerter Grundsätze und Ziele, etwa dem Gebot der Zerschneidungsminimierung aus § 2 (1) Nr. 12 Bundesnaturschutzgesetz:
" Bei der Planung von (...) Verkehrswegen, (...) sind die natürlichen Landschaftsstrukturen zu berücksichtigen."
Diese Bestandsanalyse wurde weitergeführt mit dem Ziel nicht nur den aktuellen Zustand der Landschaftszerschneidung darzustellen, sondern auch die voranschreitende Entwicklung des Verkehrswegenetzes in den vergangenen 70 Jahren zu dokumentieren.
In einem weiteren Schritt soll untersucht werden, welche langzeitlichen Effekte die Landschaftszerschneidung auf ausgewählte Tierpopulationen hat.
Analyse der Landschaftszerschneidung in Hessen
Im Rahmen der Erarbeitung von Indikatoren wurde eine quantitative Untersuchung über den Zustand und die Entwicklung der Landschaftszerschneidung für das Land Hessen durchgeführt.
Den Ergebnisbericht von Heide Esswein und Hans-Georg Schwarz-v. Raumer steht Ihnen hier als Download zur Verfügung.
Analyse der Landschaftszerschneidung in Hessen
Barrieren nach LiKi-Kriterien, Endbericht 2006
Innerhalb des Projektes "Analyse der Landschaftszerschneidung in Hessen" wurden auf Grundlage der ATKIS-DLM 25 Daten sowie der Verkehrsstärkedaten des Bundeslandes und der an Hessen angrenzenden Bundesländer eine Zerschneidungsgeometrie erstellt, die den Kriterien der Länderinitiative für einen einheitlichen Satz von Kernindikatoren entspricht.
Entwicklung der Landschaftszerschneidung in Hessen von 1930-2002
Der Statusbericht für das HLUG von Inga A. Roedenbeck steht Ihnen hiermit als Download zur Verfügung.
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