In-Situ-Messtechnik

Im Gegensatz zu den kontinuierlich arbeitenden Messsonden des BfS, bei denen derzeit nur das Vorhandensein einer Gammastrahlung, jedoch nicht deren Energie registriert wird, misst das Messsystem des HLUG auch die Energieverteilung der Gammastrahlung. Dadurch kann auf die strahlungsverursachenden Nuklide geschlossen werden.

 

Erfasst wird die Gammastrahlung von Nukliden, die sich im bzw. auf dem Erdboden (incl. Bewuchs) im näheren Umkreis befinden, je nach Energie der Gammastrahlung des jeweiligen Nuklids.

 

Die Gammastrahlung wird mit einem Germaniumdetektor gemessen, den flüssiger Stickstoff kühlt. Dieser Detektor ist an einen Vielkanalanalysator angeschlossen. Diese mobile Einheit wird im Einsatz von einer transportablen Stromquelle (Akku oder tragbares Stromaggregat) versorgt. Die Abbildung zeigt den tragbaren Detektor in Arbeitsposition neben einer kontinuierlich messenden BfS-Sonde.

 

Über eine Funkverbindung erfolgt die Kommunikation mit der Steuer- und Auswertestation, die sich im Einsatzfahrzeug befindet. Dies wird - je nach Gegebenheit vor Ort - in einiger Entfernung abgestellt. 

 

 

Tragbares Gamma-Spektrometer
Tragbares Gamma-Spektrometer neben einer BfS-Sonde bei Oberaula

Die Steuer- und Auswertestation dient der Bedienung des Spektrometers einschließlich des Startens und Beenden der halbstündigen Messung sowie der Auswertung der Messergebnisse. Dabei wird ein Gammaspektrum aufgenommen und dargestellt. Weiterhin werden die Nuklide, die in diesem Spektrum aufscheinen, identifiziert und deren Aktivitäten im Boden sowie die dadurch verursachte Ortsdosisleistungen ermittelt.

 

In-Situ-Koffer
In-Situ-Koffer mit dem Notebook, auf dem die Datenauswertung stattfindet.

 

Diese Abbildung zeigt beispielhaft ein Spektrum, das während der In-Situ-Meßkampagne 2008 aufgenommen und in dem die wichtigsten Nuklide identifiziert und markiert wurden.

 

Spektrum einer In-Situ-Messung
Spektrum einer In-Situ-Messung mit nachträglich durchgeführter Identifizierung einiger Radionuklide.

 

Bei diesen Nukliden handelt es sich um

ein seit der Erdentstehung vorkommendes Nuklid: Kalium-40

um ein künstlich erzeugtes Nuklid: Caesium-137

um Nuklide aus der natürlichen U-238-Zerfallsreihe: Bismut-214, Blei-214

um Nuklide aus der natürlichen Thorium-232-Zerfallsreihe: Actinium-228, Thallium-208

Zum Koffer gehört ferner ein GPS-Gerät, mit dem die Probenahmekoordinaten automatisch aufgezeichnet und in das Messprotokoll übernommen werden.

Die Abbildung zeigt das gesamte Messsystem im Einsatz am Segelflugplatz Heppenheim.

 

Mobiles Gamma-Messsystem
Mobiles Gamma-Messsystem (incl. Einsatzfahrzeug) bei der Messwertaufnahme

Unmittelbar im Anschluss an die Messung können die Ergebnisse über eine Funkverbindung an das HLUG oder das BfS übertragen werden. Im Falle eines Intensivbetriebs ist diese Datenübertragung für die schnelle Ergebnismitteilung an das BfS unverzichtbar, weil das BfS die Messwerte bundesweit zeitnah sammelt und verarbeitet, damit die zum Schutz der Bevölkerung notwendigen Maßnahmen schnell getroffen werden können.

 
 
Letzte Änderung: 29.09.2010