Aufgaben und Zielsetzung
Die atomrechtlichen Aufsichtsbehörden der Bundesländer überwachen radioaktive Emissionen der Kernkraftwerke und verschaffen sich damit einen Überblick über die radioaktive Exposition der Umgebung.
Durch die Einführung von automatischen Fernüberwachungssystemen kann diese Aufgabe kontinuierlich und ohne Zeitverzögerung durchgeführt werden.
Für den Kernkraftwerksstandort Biblis ist ein solches Fernüberwachungssystem seit 1990 in Betrieb und wurde Ende 1999 komplett erneuert. Es dient als zusätzliches Instrument der gesetzlich vorgeschriebenen Atomaufsicht im Hessischen Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz zur zeitnahen Beurteilung der Außenwirksamkeit der Anlage. Mittels Datenfernübertragung ist die atomrechtliche Aufsichtsbehörde an diese Zentrale angeschlossen.
Fernüberwachungssysteme bestehen aus technischen Einrichtungen zur kontinuierlichen dezentralen Erfassung, Verarbeitung und Speicherung von Messwerten (sowohl Emissionen wie auch Immissionen), den Einrichtungen zur Übertragung dieser Werte an eine Zentrale sowie deren Darstellung und Dokumentation.
Der besondere Wert des Systems liegt in der schnellen Erfassung und Dokumentation von
- ausgewählten Betriebsparametern zur Bewertung des Anlagenzustands und
- Emissions-/Immissionsdaten zur Bewertung der radiologischen Belastung in der Umgebung des Kernkraftwerks im Normalbetrieb, bei Betriebsstörungen und bei Störfällen.
Es alarmiert bei Überschreiten von Warnschwellen automatisch die Aufsichtsbehörde. Im Katastrophenfall ist das System eine Entscheidungshilfe für die Katastrophen-Einsatzleitung bei der Auswahl von Schutzmaßnahmen zur Minimierung der Strahlenbelastung der Bevölkerung in der Umgebung des Kernkraftwerkes.
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