Exposition durch künstliche radioaktive Stoffe
Künstliche radioaktive Stoffe werden als Spalt- und Aktivierungsprodukte bei der Kernspaltung von z.B. Uran-235 oder Plutonium-239 gebildet. Sie entstehen auch bei der Aktivierung von Materialien durch Beschuss mit Neutronen oder anderen geladenen Teilchen.
Hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Kontamination der Umwelt sind zunächst die bei den Kernwaffentests freigesetzten Spalt- und Aktivierungsprodukte zu nennen, wobei vor allem die Radionuklide Strontium-90 (Halbwertszeit: 28,6 Jahre) und Cäsium-137 (Halbwertszeit: 30,2 Jahre) von Interesse sind. Seit 1945 wurden weltweit ca. 500 oberirdische Kernwaffentests durchgeführt, wobei ca. 86 % der Tests während des Zeitraums von 1951 bis 1962 erfolgten. Die dabei in die Atmosphäre freigesetzten radioaktiven Stoffe gelangten zum überwiegenden Teil in sehr hohe Luftschichten, von wo aus sie global verteilt wurden.
Weitere Einträge erfolgten durch stör- oder unfallbedingte Freisetzungen
aus kerntechnischen Anlagen.
Die Freisetzung radioaktiver Stoffe in die Umwelt beim Regelbetrieb kerntechnischer Anlagen und bei der Anwendung künstlicher radioaktiver Stoffe in Medizin, Forschung und Technik hat dagegen nur eine nachrangige Bedeutung.
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