Landesweite Messungen

Monitoring von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen in hessischen Fließgewässern 2004 bis 2011

 

Um einen Überblick über die Belastung der hessischen Fließgewässer mit PSM zu bekommen und zur Auswahl der Messstellen der ab dem Jahre 2007 erforderlichen operativen Überwachung der WRRL, wurden 2004 und 2005 jeweils 122 Gewässermessstellen je 6-mal (4 Stichproben während der PSM-Anwendungszeit im Frühjahr und 2 Stichproben während der PSM-Anwendungszeit im Herbst) beprobt und auf das Vorhandensein von insgesamt 94 PSM-Wirkstoffen und ausgewählten Metaboliten untersucht.

Da die Messungen nicht während des gesamten Jahres erfolgten, wie es die WRRL fordert, zeigen die Ergebnisse zwar die PSM-Belastungsschwerpunkte an, sie sind aber zur Ableitung weitergehender Maßnahmen nur beschränkt geeignet.


Im Jahr 2007 wurde bei ca. einem Drittel der relevanten Gewässermessstellen das PSM-Monitoring gemäß den WRRL-Vorgaben begonnen und die Proben auf das Vorhandensein von insgesamt 74 PSM-Wirkstoffen und ausgewählte Metaboliten untersucht. 2010 und 2011 wurden insgesamt 105 PSM-Wirkstoffe, davon 8 Metabolite untersucht. Ca. ein weiteres Drittel der Messstellen wurde 2008 und das letzte Drittel der Messstellen 2009 untersucht. An einigen Messstellen wurden zur Reduzierung des Kostenaufwands und in Abweichung von den WRRL-Vorgaben orientierende Messungen mit nur insgesamt 8 Proben in der Anwendungszeit im Frühjahr genommen. Die Probenanzahl an den restlichen Messstellen pro Jahr betrug 17 und setzte sich jeweils aus einer monatlichen Probe und zusätzlich in den Monaten März, April und Mai bzw. Oktober und November aus jeweils einer weiteren Probenahme zusammen; aus den beiden Messwerten in einem Monat wurde zusätzlich ein Mittelwert errechnet, sodass in die Mittelwertberechnung für den Jahresmittelwert nur 12 Messdaten eingingen.

Die Ergebnisse der PSM-Wirkstoffuntersuchungen aus den Jahren 2004 und 2005, 2007 bis 2008, 2009, 2010 und 2011 sind getrennt nach den Messstellen in Nord- und Südhessen tabellarisch zusammengefasst.

 


Die in Hinblick auf das Ziel der WRRL, einen guten chemischen Zustand aller Oberflächengewässer zu erreichen, vorgenommene Defizitanalyse hinsichtlich PSM-Wirkstoffen im Entwurf des Bewirtschaftungsplans bezieht sich bisher ausschließlich auf die Daten der Jahre 2004/2005.

 

Die Ergebnisse zeigen zusammenfassend, dass vor allem Oberflächengewässer in Gebieten mit intensiver ackerbaulicher Nutzung und gleichzeitig einem hohen Abwasseranteil im Fließgewässer erhebliche PSM-Belastungen aufweisen. Im Vergleich zu den Jahren 2004/2005 sind die Belastungen zu den Jahren 2007 bis 2009 deutlich niedriger. Ob dies ein genereller Trend ist, oder ob dies nur wetterbedingt ist, lässt sich nur durch weitere Messungen in den kommenden Jahren feststellen.

 
 
Letzte Änderung: 02.08.2012

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