Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe an den Überblicksüberwachungsmessstellen Messstation Bischofsheim/Main und Messstation Frankfurt-Nied/Nidda 2003 bis 2011  

 

Messstation Bischofsheim
Messstation Main
Messstation Nidda
Messstation Nidda

Im Rahmen des Gewässerüberwachungssystems Hessen betreibt das HLUG insgesamt 7 Gewässergütemessstationen an wasserwirtschaftlich bedeutsamen Gewässern. An den Stationen wird mittels einer Pumpe dem Gewässer kontinuierlich Wasser entnommen und in ein Gebäude am Ufer gepumpt. Hier  messen automatische Messapparaturen kontinuierlich bis zu 8 Parameter (Sauerstoffgehalt, elektrische Leitfähigkeit, pH-Wert, Trübung, Wassertemperatur, Ammonium-N, Nitrat-N und ortho-Phosphat-P). Die Messdaten werden gespeichert und regelmäßig per Datenfernübertragung an die jeweils zuständige Betriebsstelle geleitet. Auch Sie können die aktuellen Messwerte an den Messstationen abrufen.

An einigen Messstationen werden weitere Parameter gemessen.

Seit Anfang der 90er Jahre wurden an der festen Messstation am Main (Mündungsbereich Rhein) und Nidda (Mündungsbereich Main) in  Ein- bzw. Zweiwochenmischproben regelmäßig ca. 60 bis 100 Pflanzenschutzmittel (PSM)-Wirkstoffe und ausgesuchte Metabolite untersucht.


Der Main wurde regelmäßig das ganze Jahr überwacht; die Nidda nur in der Hauptanwendungszeit von Pflanzenschutzmitteln vom März bis Juli und in Ausnahmefällen auch in den Herbst- und Wintermonaten (Anwendungszeit von Isoproturon im Wintergetreide). 2010 wurde die Nidda regelmäßig das ganze Jahr überwacht.

Die Ergebnisse der PSM-Wirkstoffuntersuchungen der letzten 7 Jahre sind getrennt nach der Messstation Main und Messstation Nidda tabellarisch zusammengefasst.

 

Wie in nachfolgender Tabelle beispielhaft in der Nidda, die durch ein intensiv ackerbaulich genutztes Gebiet fließt, zu sehen ist, zeigen die Frachten von vier häufig gefundenen PSM-Wirkstoffen bis zum Jahre 2011 einen stetigen Rückgang. Dabei bleibt derzeit unklar, zu welchen Teilen dieser Rückgang einen Erfolg der Maßnahmen zur Reduzierung der Einträge darstellt, oder die Verdrängung einzelner Stoffe in der Anwendung (z.B. Sulfonylharnstoffverbindungen statt Isoproturon, Glyphosat statt Diuron) durch Ersatzstoffe.

Tabelle: PSM-Frachten an der Messstation Frankfurt-Nied/Nidda
01.04.-30.06.1991-2010 und IPU-Frachten 15.09.-15.12.2004/2008/2009/2010/2011

 

JahrAbfluß
April-Juni
(Median in m³/s)
MCPP
kg
2,4-DP
kg
Isoproturon
kg
Diuron
kg
1991
5,4
14
19
37
21
1992
6,3
14
17
26
33
1993
ab 19.04.
4,2
10
9
19
16
1994
10,5
22
17
37
34
1995
10,5
16
17
35
29
1996
4,7
10
11
14
17
1997
5,2
7
7
13
13
1998x
5,7
12
15
14
13
1999
7,5
9
12
27
10
2000
5,9
8
11
14
9
2001
9,5
11
13
36
11
2002
8,8
16
19
11
6
2003
6,5
3*
7
8
3
2004
5,0
6
5*
8
7
13.09.-13.12.
6,4
10
2005
9,7
5
11
6
4
2006
8,2
4
3
3*
2*

2007
ab 18.04.

5,3
3
2
1*
4
2008
4,2
3
1*
4
4
15.09.-15.12.
7,0
5
2009
6,8
2
2
2
2
14.09.-13.12.
4,1
3
2010
15.09.-14.12.
7,3
6,2
212
3

0,4*

 

2011

12.09.-12.12.

4,5

3,8

28

1

4

1


x = im Zeitraum vom 01.05. - 10.05. 1998 wurden Frachten abgeschätzt, da Ausfall der Probenahme
*= mehr als die Hälfte der Messwerte < BG

 
 
Letzte Änderung: 02.08.2012

Ansprechpartner/in

Herr Dr. P. Seel
Tel.: 0611-6939 798

Frau S. Gabriel
Tel.: 0611-6939 449