Aktuelles
Grundwassersituation Anfang Mai 2013:
Am Jahresende 2012 lagen die Grundwasserstände auf einem für diese Jahreszeit niedrigen Niveau, und die Quellen hatten geringe Schüttungen. Das Jahr 2013 begann mit raschem Anstieg der Grundwasserstände und der Quellschüttungen. Typisch in dieser Jahreszeit ist, dass oberflächennahes Grundwasser schneller auf die zunehmende Grundwasserneubildung reagiert und ansteigt, während tief liegende Grundwasserstände erst zeitverzögert reagieren.
Die Grundwasserstände in Mittel und Nordhessen lagen am Jahresende 2012 meist auf einem unterdurchschnittlichen Niveau, in wenigen Messstellen wurden Niedriggrundwasserstände erreicht. Seit Jahresbeginn stiegen sie in den meisten Messstellen wieder auf mittlere Grundwasserstände an, und blieben im April auf diesem Stand. Beispiel Bracht Nr. 434028: das Grundwasser war auf tiefste Wasserspiegel abgesunken und stieg wieder an. Die Quellenschüttungen, die meist unter dem Durchschnitt lagen, nahmen seit Anfang des Jahres zu und blieben im April konstant oder nahmen etwas ab.
In der Hessischen Rheinebene, Hessisches Ried, gab es seit Januar fast überall einen Anstieg des Grundwassers, und im April blieb es auf dem Niveau oder sank etwas ab. Es sind folgende Details zu beobachten:
-
In der Nähe des Rheins reagiert das Grundwasser rasch auf den Wasserstand des Rheins, in den es abfließt. Zuletzt gab es Ende Januar einen kräftigen Anstieg des Grundwassers zusammen mit einem Rheinhochwasser. Im April lag das Grundwasser auf überdurchschnittlicher Höhe. Beispiele: Gernsheim Nr.544135 und Biebrich Nr. 506034
- Im südlichen Maingebiet sind die Grundwasserstände seit 2003 niedrig. Im Herbst 2012 lagen sie weiterhin auf niedrigem Niveau und stiegen seit Ende 2012 wieder fast auf mittlere Höhen an. Beispiele: Bauschheim Nr.527055 und Offenbach Nr.507155
- Die Grundwasserstände in typischen vernässungsgefährdeten Gebieten stiegen über mittlere Höhen an, und blieben im April gleich oder sanken etwas ab. In Gross-Gerau und Umgebung, wo die Grundwasserstände seit längerem erhöht sind, stiegen sie im April nicht weiter an. Beispiele: Hähnlein Nr.544266, Groß-Rohrheim Nr.544107, Worfelden Nr.527182, Wallerstädten Nr.527321
- Im mittleren Teil des Gebietes, zwischen Einhausen, Groß-Rohrheim, Gernsheim, Pfungstadt und Griesheim, steht das Grundwasser auf dem Niveau der mittleren Richtwerte für die Grundwasserbewirtschaftung. Die Steuerung durch Infiltration und Grundwasserentnahmen zeigen hier die gewünschte Wirkung.
- Im südlichen hessischen Ried stieg das Grundwasser bis Ende Januar über jahreszeitliche Mittelwerte und blieb seither auf dem Niveau oder sank wieder etwas ab. Vor allem in Messstellen mit geringen Grundwassertiefen reagieren schnell auf die veränderte Witterung. Beispiele: Heppenheim Nr.544032 und Viernheim Nr. 544271
In Hessen wurden weitere Messstellen mit Datensammlern mit Datenfernübertragung für Wasserstand und Temperatur ausgestattet. Die Messwerte werden täglich übertragen und stehen Online
zur Verfügung.
Grundwasserkarten:
Die Karten Hessische Rhein- und Mainebene vom Stichtag im Oktober 2012 stehen im Internet zur Verfügung.
Verbundprojekt:
Quantifizierung des Nitratabbauvermögens in den Grundwasserkörpern des Hessischen Rieds und Lokalisierung von Risikogebieten.
Auftraggeber: HLUG, Berthold![]()
Projektpartner:
Dr. Frank-Andreas Weber
, Projektleitung (IWW Rhein-Main),
Dr. Carsten Hansen (IWW Mülheim)
Prof. Dr. Christoph Schüth
, TU-Darmstadt, Fachgebiet Hydrogeologie
Dr. Markus Kämpf
, Dipl.-Geoök. Anette Spinola (BGS Umwelt)
Dr. Hermann Mikat
, Hessenwasser / Wasserverband Hessisches Ried
Projektziele und Aufgabenstellung
- Eine regional differenzierte Bestandsaufnahme des verfügbaren Nitratab¬bau-vermögens in den Grundwasserkörpern des Hessischen Rieds durchzuführen, und darauf aufbauend
- Risikogebiete im Hessischen Ried zu lokalisieren, in denen hohe Nitrateinträge aus der Flächennutzung gleichzeitig einem niedrigen Nitratabbauvermögen im Boden und im Grundwasserleiter gegenüber stehen.
- Weiterhin ist eine Einschätzung des Zeitraums zu liefern, wann sich die Maßnahmen-pro¬gramme der WRRL auf eine Verbesserung der Nitratbelastungssituation im Grund-wasser auswirken werden.
- Transfer und Etablierung der gewonnen Erkenntnisse in die gewässerschutz¬orien¬tierte landwirtschaftliche Beratung
Startseite
