Seen und Badegewässer
Monitoring Seen
In Hessen gibt es insgesamt 773 Seen und Talsperren mit einer Fläche von größer als einem Hektar, davon 81 mit einer Fläche von mehr als zehn Hektar.
Die Seen sind nicht natürlichen Ursprungs, sondern künstlich geschaffen. Einige sind durch Abgrabungen von Kies (Baggerseen) oder durch Ausbeutung von Kohle (Tagebauseen) entstanden. Bei anderen wurden aus Gründen des Hochwasserschutzes oder der Niedrigwassererhöhung Fließgewässer aufgestaut und so Talsperren angelegt. Auch wenn es sich bei den hessischen Seen um künstliche Gewässer handelt, so bilden sie heute gleichwohl wertvolle Lebensräume mit vielfältigen Lebensgemeinschaften. Viele Seen und Talsperren werden gerne für verschiedene Freizeitaktivitäten, insbesondere zum Baden, genutzt.
Nähere Informationen und die Messstellen zur Überwachung der Wasserqualität der Seen finden sie unter dem Gewässerkundlichen Jahresbericht 2007. Die neuesten Messergebnisse zu Seenuntersuchungen finden sie auf der Seite Messwerte.
Monitoring WRRL - Seen und Talsperren
Die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) erfordert die Bewertung des ökologischen Zustandes von Seen und Talsperren anhand von biologischen Qualitätskriterien und formuliert als Güteziel den guten ökologischen Zustand. Für die in Hessen vorhandenen künstlichen Seen und für die Talsperren gilt anstelle des ökologischen Zustands das ökologische Potenzial. An 9 WRRL-relevanten Seen und Talsperren, die in der ersten Einschätzung nach der LAWA-Trophie-Bewertung das Güteziel nicht erreicht haben, wurde in den Jahren 2007 und 2008 ein Monitoring auf der Basis der Biokomponente Phytoplankton (Algen in der Freiwasserzone) durchgeführt. Die Auswertung des mikroskopischen Befundes erfolgte anhand eines multimetrischen Index aus Biomasse, Algenklasse und Indikatorarten (Phytosee-Index), der die Einstufung des ökologischen Zustandes erlaubt. Für die Seen und Talsperren, die nur ein mäßiges oder gar unbefriedigendes Potenzial aufweisen, wurden Maßnahmen formuliert, die eine Entwicklung zum guten Potenzial ermöglichen.
Badeseen
Viele Seen und Talsperren werden gerne für verschiedene Freizeitaktivitäten, insbesondere zum Baden, genutzt. Dazu wurden vielerorts Badestellen mit der dazugehörigen Infrastruktur eingerichtet. Für das Jahr 2009 sind in Hessen 62 Badegewässer mit 66 Badestellen registriert, für die die Qualitätskriterien der Europäischen Badegewässer-Richtlinie gelten.
Was sind die Kriterien damit ein See als EU-Badegewässer gemeldet wird?
Die Wasserqualität muss stimmen, es muss eine entsprechende Infrastruktur vorhanden sein und der See muss eine vergleichsweise große Zahl von Besuchern erwarten lassen. Erfüllt ein See diese Punkte, wird dieser vom Gesundheitsamt über das Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz als EU-Badegewässer an die EU gemeldet.Als anerkanntes EU-Badegewässer unterliegt der See dann der Badegewässerverordnung. Diese Verordnung stellt Anforderungen bzgl. Überwachung, Einstufung, Bewirtschaftungsmaßnahmen und die Information der Öffentlichkeit. Deshalb werden die Badeseen während der Badesaison in regelmäßigen Abständen durch die Gesundheitsämter unter anderem auf mikrobielle Verunreinigungen beprobt. Die Untersuchungsergebnisse werden dann unter der Internetpräsentation Badegewässer veröffentlicht. Hier finden Sie während der Badesaison neben den aktuellen Messwerten auch zahlreiche weitere Informationen zu den hessischen Badeseen.
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